Ist Kratom eine natürliche Alternative für Methadon-Ersatztherapien?

Die Hauptanwendung welche Benutzer von Kratom durch alle Regionen und Demographien hindurch als Grund für den Konsum angeben, ist seine Potenz in der Bekämpfung ansonsten behandlungsresistenter Schmerzen. Diese Effekte sind sowohl im Tierversuch und in klinischen Studien belegt (1,2). Mit der Opiatkrise in den USA kam aber auch das Potential Kratoms als natürliches Entzugs-Mittel für Abhängige synthetischer Opioide in den Fokus. Ein wachsender Anteil der Konsumenten in Nordamerika gibt dies als Intention für ihren Kratomkonsum an. Mehrere Studien belegen bei Mäusen und Ratten die Effizienz von Mitragynin (dem Hauptalkaloid im getrockneten Kratom-Laub) im Tiermodell bei der Entwöhnung von Tieren, welche sich zuvor Opiate selbst verabreicht haben. Diversen Autoren zufolge hat es diesbezüglich einen Effekt, der dem von Methadon und Buprenorphin in nichts nachsteht (3,4). In diesem Blogbeitrag wollen wir auf diese Publikationen einen genaueren Blick werfen.

Opiatsucht und Behandlung

Opiatsucht ist in vielen Ländern ein großes Gesundheitsproblem (5,6). Ein wesentlicher Bestandteil der ärztlichen Behandlung sind Massnahmen gegen hochaversive Opiat-Entzugserscheinungen, die ansonsten zu einer Wiederaufnahme der Medikamenteneinnahme führen können. In einer medikamentengestützten Behandlung (MGB) wurden bisher Methadon und Buprenorphin als Substitutionsmittel eingesetzt. Trotz der Wirksamkeit von MGB gibt es immer noch Einschränkungen und starke Nebenwirkungen bei der Verwendung von Methadon und Buprenorphin. Daher sind alternative Therapien mit weniger Nebenwirkungen, geringerem Risiko von Überdosierungen und Begleiterkrankungen erwünscht. Eine potenzielle neue Pharmakotherapie kann das wichtigste Indolalkaloid von Kratom, Mitragynin, beinhalten.

Opiat-Ersatz-Therapie

Die umstrittene Methadontherapie

In der Regel gilt die Methadontherapie als sicher. Die Substanz hat eine lange Halbwertszeit und macht eine ambulante Behandlung möglich. Dennoch sind mehrere Risikofaktoren bekannt: I) Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln, II) Torsade de Pointes (Herzarrhytmien) welche in einem erhöhten Risiko für viele Patienten resultiert, und III) unzureichende oder fehlerhafte Anpassung der Dosis insbesondere bei Verschreibung von Methadon gegen Schmerzen (7). Außerdem zeigt Methadon eine hohe individuelle Varianz in seiner Wirksamkeit aufgrund von pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Faktoren (8). Die effektive Halbwertszeit von Methadon zur Analgesie spiegelt bei vielen Patienten nicht die Halbwertszeit für Atemdepression und kardiale Nebenwirkungen wider, was eine konsistente und sichere Dosierung von Methadon erschwert (9). Dies führt oft zu einer Überdosierung, die mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden sind, einschließlich potenziell tödlicher Atemwegs-Beschwerden. Tatsächlich sind unbeabsichtigte Todesfälle durch Methadon häufiger als nach Abgabe jedes anderen Opioids (10)!

Methadon

Buprenorphin als Alternative

Eine Alternative zu Methadon ist die Ersatztherapie mit Buprenorphin. Es wirkt als partieller Agonist am mu-Opiaten Rezeptor (MOR) und hat damit ähnlich wie Mitragynin einen „Deckeneffekt“ für Atemdepression. Somit bietet es substantielle Sicherheitsvorteile gegenüber Methadon. Buprenorphin wurde in mehreren Ländern als effiziente und sicherere Therapie für Opiatanhängigkeit zugelassen. Dies führte zu einer Verringerung der Todesfälle im Zusammenhang mit Heroinüberdosierung in Ländern, die diese Therapien eingeführt haben. In Frankreich jedoch wurden mehrere Todesfälle durch Erstickung bei Patienten gemeldet nach Behandlung mit Buprenorphin zusammen mit anderen Arzneimitteln wie Benzodiazepinen. Arzneimittelwechselwirkungen mit Buprenorphin haben eine hohe Inzidenz schwere Atemdepressionen zu verursachen (11).

Kratom zur Linderung von Entzugserscheinungen

Die Kratom-Pflanze (Mitragyna speciosa Korth.) wird schon lange traditionell wegen seiner pharmakologischen Wirkung in südostasiatischen Ländern, insbesondere Thailand und Malaysia verwendet. Konsumenten verwenden Kratom-Pflanzenpräparate für seinen medizinischen Wert bei der Behandlung von Schmerzen, Stimmungsschwankungen, Husten, Durchfall und Darminfektion (12, 13). Kratom wird auch zur Behandlung von Drogenentzugserscheinungen verwendet (14, 15). Kratomblätter beinhalten über 25 pharmakologisch aktive Alkaloide, wobei Mitragynin für den mit Abstand höchsten Anteil verantwortlich zeichnet (16).

Mitragynin wirkt als partieller Agonist am menschlichen Mu-Opioid Rezeptor (MOR) und DeltaOpioid Rezeptor. Es wirkt als kompetitiver Antagonist am menschlichen Kappa-Opioid Rezeptor (17). Insbesondere wurde diesbezüglich gezeigt, dass Mitragynin zwar als Agonist am MOR wirkt, aber Atemdepression, Koma, Lungen-Ödeme und Tod nicht mit menschlichem Kratom Konsum in Verbindung gebracht werden (18). Dies weist auf ein substanziell besseres Sicherheitsprofil von Mitragynin im Vergleich zu klassischen Opiaten wie Morphin hin, bei denen Asphyxie die häufigste Todesursache darstellt. Finden Sie hierzu detailliertere Informationen in unseren Blogbeitrag “Mitragynin & derivative Kratom-Alkaloide: keine klassischen Opiate“.

Die Resultate der hier präsentierten Studie zeigen deutlich, dass die Effizienz von Mitragynin in der Linderung der Entzugserscheinungen von morphinabhängigen Ratten der von Methadon und Buprenorphin in nichts nachsteht:

Studie über Effizienz von Mitragynin

Hierbei ist auch interessant, dass der Effekt von Mitragynin im Gegensatz zu Methadon und Buprenorphin praktisch unabhängig von der verabreichten Dosis auftritt. Er ist zu Beginn am stärksten bei der geringsten Dosis, was die unterschiedlichen dosisabhängigen Pathways der Mitragynin Pharmakologie demonstriert. Die Entzugserscheinungen wurden mit Mitragynin konsistenter und stärker reduziert als mit Methadon und Buprenorphin. Histopathologische und biochemische Tests auf Organschädigungen der Tiere durch Mitragynin fielen zudem negativ aus.

Mitragynin könnte daher sehr wohl eine Option neuer Ersatz-Therapien für Opioidabhängige als Alternative zu Methadon und Buprenorphin darstellen. Da Mitragynin aus Kratomblättern extrahiert wird ist es im Vergleich zu anderen Medikamenten einfacher und kostengünstiger zugänglich. Methadonersatztherapien führen immer noch zu Überdosierung und Todesfällen aufgrund fehlender Obergrenze bei Atemdepression und Sedierung (19). Die nötige Methadon-Dosis variiert zwischen Patienten stark und es ist sehr schwierig, die ideale Dosis zu bestimmen. Auf der anderen Seite ist Buprenorphin potenziell sicherer als Methadon. Als partieller MOR Agonist führt es zudem gleich wie Mitragynin zu weniger körperlicher Abhängigkeit als Methadon. Buprenorphin entwickelt jedoch eine schlechte Retention und ist weniger befriedigend für Patienten, da sie beim Verdrängen von Opiaten sehr starke Entzugserscheinungen verspüren.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Morphinentzugsmodell bei Ratten die Vier-Tage-Ersatz Behandlung mit Mitragynin die Entzugserscheinungen deutlich abschwächte. Dies deutet darauf hin, dass Mitragynin in der Lage ist, Morphin-Entzugssymptome ähnlich gut wie Methadon und Buprenorphin zu lindern. Die Ergebnisse legen nahe, dass Mitragynin, das wichtigste Indolalkaloid von Kratom, potenziell zur Behandlung von Opiat-Entzug verwendet werden kann. Weitere Forschung einschließlich klinischer Studien ist erforderlich, um die Anwendung von Mitragynin als ergänzende Behandlung von Opioidsucht beim Menschen zu etablieren.

Referenzen

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Kann Kratom zur Bekämpfung einer Opioid-Abhängigkeit angewandt werden?

Kratom-gegen-Opioid-Abhängigkeit

Kratom hat in Südostasien eine lange Geschichte eines diesbezüglichen Konsums, der in der lokalen Bevölkerung weithin akzeptiert ist. Es wird häufig als erschwinglicher Ersatz für Straßenheroin oder andere Opioide verwendet (Vicknasingam et al., 2010). Beispielsweise wurden in einer im Norden Malaysias durchgeführten Studie 136 Kratomkonsumenten (99% männlich) in Gebieten mit hohem Kratomkonsum identifiziert und befragt (Vicknasingam et al., 2010). Die Ergebnisse zeigten, dass 90% der Probanden Kratom als Ersatz für illegale Opioide verwendeten und 84% berichteten, dass Kratom dazu beigetragen hat, ihre Abhängigkeit von Opioiden und die Schwere der Entzugssymptome zu reduzieren.

Eine weitere malaysische Studie (Singh et al., 2015) rekrutierte 293 erwachsene Männer, von denen die meisten Arbeiter waren, welche seit mindestens sechs Monaten Kratom konsumiert hatten. 5% von ihnen gaben an, Kratom verwendet zu haben, um die Abhängigkeit von illegalen Substanzen, einschließlich Opioiden und Cannabis, zu beseitigen und/oder Entzugssymptome zu lindern.

Ein hierdurch motivierter Konsum wurde in den USA zunehmend durch Internet-Umfragen von Kratom-Nutzern (Grundmann, 2017; Grundmann et al., 2018; Smith & Lawson, 2017) und in über 23.000 Kommentaren an die DEA und die FDA bestätigt (DEA, 2016c; Henningfield et al., 2018). Auch wenn die Autoren nicht behaupten, dass Kratom als medizinisch nachgewiesen wirksame und sichere Therapie für Opiat Abhängigkeit angesehen werden sollte, glauben sie, dass es gerechtfertigt ist, die umfangreichen Erfahrungsberichte und die analytische Überwachung ernst zu nehmen.

Solche Informationen dienen als eine Form von Beweisen aus der realen Welt, die von Konsumenten und vielen Wissenschaftlern ernst genommen werden und von den Behörden nicht ignoriert werden können. “Real World Data’” und ”Real World Evidence” spielen heute eine zunehmende Rolle bei Entscheidungen im Gesundheitswesen.

Ist Kratom effektiv im Management von Schmerzen?

Ähnlich verhält es sich mit der Schmerzbehandlung, wo Kratom nicht als schmerzstillendes Arzneimittel zugelassen ist, aber die Schmerzlinderung zu den am häufigsten berichteten Anwendungen gehört (Grundmann, 2017; Henningfield et al., 2018; Pain News Network, 2018; Swogger et al., 2015).  Beim Vergleich der Ergebnisse dieser Studien ist Vorsicht geboten, da hierbei  kulturelle, demografische und produktbezogene Moderatoren von Effekten sowie Verzerrungen berücksichtigt werden müssen, die auf der Methodik beruhen. Nichtsdestotrotz stimmen die Ergebnisse von Beobachtungen durch Kratomkonsumenten in den USA mit Fallberichten und Beschreibungen des traditionellen Kratomkonsums in Südostasien überein, was darauf hindeutet, dass Kratom als Ersatz für potenziell gefährlichere klassische Opioide bei der Behandlung von Schmerzen und Opiat Abhängigkeit nützlich ist.

Kratom gegen Schmerzen

Dieser Effekt sollte in gut kontrollierten klinischen Studien für solche Indikationen untersucht werden (Henningfield et al., 2018). Es sei auch erwähnt, dass die umfangreichen Einzelberichte über analgetische Aktivität beim Menschen mit der partiellen agonistischen Aktivität von Mitragynin ami Mu Opioid Rezeptor und Befunden in Tiermodellen für Schmerzen übereinstimmen, bei denen Mitragynin und Kratomextrakte analgetische Aktivität zeigen.

7-Hydroxy Mitragynin – Wichtig zu wissen

Gemäß diversen Studien mit frisch zubereiteten Kratom-Proben wird 7-Hydroxymitragynin nicht primär von der Pflanze selber erzeugt.

Hydroxy Mitragynin

Es wird vielmehr vermutet, dass Die Oxidation von Mitragynin während Trocknung bzw. Transport und/oder während des Fertigungsprozesses nach der Ernte auftritt. Die Konzentrationen von 7-Hydroxymitragynin in kommerziellen Kratom-Produkten im Westen sind erheblich (109-520%) höher als die von Kratom in den nativen Situationen (Lydecker et al 2016).

Referenzen

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Mitragynin & derivative Kratom-Alkaloide: keine klassischen Opiate

Mitragynin derivative Kratom Alkaloide

Wieso Mitragynin und derivative Kratom-Alkaloide keine klassischen Opiate sind

Diverse Anektdoten und Kommentare von Konsumenten könnten vermuten lassen, dass einzelne Effekte von Kratom im Menschen – wie milde Euphorie – typischen Opiat Agonisten ähneln (14, 15, 20). Andererseits existieren mittlerweile starke Hinweise aus der Labor-Forschung die unterstreichen, dass sich Kratom fundamental von klassischen Opiaten unterscheidet (6,  13, 14, 15,  20). Beispielsweise steht die wohlbekannte Eigenschaft von Kratom in geringen Dosen (<2g) stimulierende Eigenschaften zu manifestieren im Gegensatz zu den sedierenden Effekten von Opioiden. Des Weiteren verursacht Kratom in typischen Dosen (2-4g) kein intensives High oder Euphorie (3, 4, 9, 17, 21). Der aus klinischer Sicht  signifikanteste Unterschied zu Opioiden ist die Tatsache, dass Kratom auch bei sehr hohen Dosen keinen Atemstillstand verursacht wenn es allein und insbesondere ohne andere Substanzen eingenommen wird, welche auf das zentrale Nervensystem wirken (15, 16, 19).

Auf molekularer Ebene hat Mitragynin eine Struktur die sich fundamental von klassischen Opioden wie Morphin unterscheidet, welche hauptsächlich auf den Alkaloiden des Schlafmohns basieren (1, 7, 9, 18):

Mitragynin morphin chemische Zusammensetzung

Neuere Studien zeigen, dass obwohl Mitragynin an Opiat-Rezeptoren bindet, sich seine molekulare Wirkungsweise deutlich von klassischen Opioden unterscheidet (6, 9). In zwei Studien aus dem Jahr 2016 (7, 19) wurde gezeigt, dass Mitragynin und strukturell verwandte Substanzen am Mu-Opioid Rezeptor als G-Protein vermittelte Agonisten agieren. Mit anderen Worten: Mitragynin induziert G-Protein mediierte Signalwege gleich wie klassische Opioide aber OHNE Aktivierung des β-arrestin-2 Signalwegs, der als Mediator für problematische Opiat-Nebenwirkungen wie Atemstillstand impliziert wird (10, 12, siehe Abbildung 1). Demzufolge kann die Umgehung der β-arrestin-2 Aktivierung zumindest teilweise erklären wieso Kratom in geringerem Masse mit Atemwegsbeschwerden in Verbindung gebracht wird.

Kratom kein klassisches Opiat

Dieselben Studien zeigten auch auf, dass Mitragynin, ähnlich wie Buprenorphin ein lediglich partieller Agonist des Mu-Opioid Rezeptors ist, während klassische Opiate volle Agonisten sind. Diese Eigenschaft des Mitragynins wird daher mit verminderten Nebenwirkungen im Vergleich mit den klassischen Opiaten in Verbindung gebracht (5, siehe Abbildung 2). Weil Mitragynin mit Opioid-Rezeptoren interagieren kann wird es oft als Opiat bezeichnet. Andererseits zeigt eine wachsende wissenschaftliche Beweislast, dass Mitragynin physiologische, biochemische und subjektive Effekte aufweist, welche sich deutlich von klassischen Opiaten unterscheiden. Obwohl einige Wirkungen von Kratom die partielle Aktivierung des Mu-Opioid Rezeptors involvieren mögen, ist Mitragynin in der Lage mit vielen anderen Rezeptoren zu interagieren an welche klassische Opiate nicht binden (2).

In Anbetracht der aktuellen wissenschaftlichen Beweislage können Mitragynin und seine Derivate am ehesten als “atypische Opioide’ bezeichnet werden (11) und bilden möglicherweise eine völlig neue Klasse Medikamenten! Dies alles sind Gründe weshalb ein Verbot nicht nur für die unzähligen Schmerzpatienten katastrophale Folgen hat für die Kratom der letzte Ausweg ist, sondern auch aus dem simplen Grund, dass dann keine weitere Forschung mit dieser einzigartigen Pflanze mehr gemacht werden darf. In einer Ära wie Heute – mit >50’000 Opiat-Toten jährlich allein in den USA können wir es uns schon aus rein wissenschaftlicher Sicht schlicht nicht Leisten diese vielversprechende natürliche Alternative einfach zu ignorieren.

Abbildung 2

Mu Opioid Rezeptor

  • Potente Analgesie
  • Plateau für Atemstillstand und Euphorie
  • Geringer Einfluss auf Gastrointestinal-Motilität
  • Reduzierte Immunsuppression
  • Limitierte Dysphorie

Referenzen

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17) speciosa.org (2016). Assessment of Kratom –Scientific study. 3/1/2016, Retrieved fromspeciosa. orghttp://speciosa.org/assessment-of-kratom-scientific-study/

18) Takayama, H. (2004). Chemistry and pharmacology of analgesic indole alkaloids from the rubiaceous plant, Mitragyna speciosa. Chemical and Pharmaceutical Bulletin, 52(8), 916–928 doi:JST.JSTAGE/cpb/52.916 [pii]

19) Varadi, A., Marrone, G. F., Palmer, T. C., Narayan, A., Szabo, M. R., Le, R. V., … Majumdar, S. (2016). Mitragynine/corynantheidine pseudoindoxyls as opioid analgesics with Mu agonism and delta antagonism, which do not recruit beta-arrestin-2. Journal of Medicinal Chemistry, 59(18), 8381–8397. https://doi.org/10.1021/acs. jmedchem.6b00748

20) Vicknasingam, B., Narayanan, S., Beng, G. T., & Mansor, S. M. (2010). The informal use of kratom (mitragyna speciosa) for opioid withdrawal in the northern states of peninsular Malaysia and implications for drug substitution therapy. International Journal on Drug Policy, 21(4), 283–288 doi:S0955-3959(09)00164-9 [pii];10.1016/ j.drugpo.2009.12.003

21) Wisdom, S. (2016). The Kratom user’s guide. 10/12/2016, Retrieved from http://www.sagewisdom.org/kratomguide.html

Breaking News: Kratom ab sofort in Thailand legal!

Breaking News: Kratom legal Thailand

Gemäss Artikel der Bangkok Post vom 23.8.2021

Kratom seit dem 23.8.2021 als legale Pflanze gelistet

Mit dem Gesetz, das die Pflanze Mitragyna speciosa, allgemein bekannt als Kratom, ab Montag wirksam entkriminalisiert, freuen sich viele Menschen darauf, die Heilpflanze offen und ohne die Androhung einer Strafverfolgung zu verwenden.

Die Pflanze wird nach dem kürzlich geänderten Betäubungsmittelgesetz als legal angebautes und verwendetes Heilmittel eingestuft, nachdem sie in früheren Gesetzesänderungen als Betäubungsmittel vom Typ 5 aufgeführt wurde.

Nicht nur sind Verwendung und Besitz der Pflanze zu medizinischen Zwecken nicht mehr illegal. Über 12.000 Menschen, die wegen Kratom-Vergehen verurteilt wurden, als sie noch als Betäubungsmittel galten, wird eine Amnestie gewährt.

Kratom hat sowohl opioid- als auch stimulanzienähnliche Wirkungen und wird seit langem in fast allen Regionen des Landes verwendet. Bauern zum Beispiel kauen auf den Blättern der Pflanze, um ihre Energie während der Feldarbeit zu erhalten.

Kratom legal in Thailand

Im Jahr 2016 erlaubte das Büro des Betäubungsmittelkontrollausschusses (ONCB) Dorfbewohnern im Bezirk Ban Na San in Surat Thani, über 1.500 Kratombäume anzubauen und ihre Blätter unter einer kontrollierten Umgebung zu konsumieren, als Teil der Forschung zur Entkriminalisierung der Pflanze.

Songkhram Buathong, Chef von Tambon Nam Phu im Distrikt, sah die Auswirkungen der Entkriminalisierung der Anlage im Rahmen des Forschungsprojekts aus erster Hand.

Er begrüßte den Schritt und sagte, die Dorfbewohner könnten das Kraut nun legal erwerben, was wiederum die Preise drastisch senken werde: “Die Pflanze wird seit langem von Einheimischen verwendet, um Bauchschmerzen und Husten zu lindern”, sagte er.

Er sagte, als Kratom noch als Betäubungsmittel galt, kostete ein Blatt zwischen 5 und 10 Baht. Heutzutage liegen die Preise je nach Größe zwischen 1-1,50 Baht pro Blatt, sagte er. „Wir müssen die Blätter nicht mehr aus Angst vor einer Verhaftung verstecken, wie wir es in der Vergangenheit getan haben“, sagte er.

Herr Songkhram sagte, da das im Distrikt Ban Na San angebaute Kratom einen hohen Gehalt des psychoaktiven Mitragynin hat, wird der Baum zur Ertragspflanze der Region werden und den Ruf des Distrikts als Kratom-Anbaugebiet stärken.

Suchin Chuchat, ein Bewohner des Dorfes Wang Lo im selben Bezirk, sagte, dass viele Menschen in seinem Dorf Kratom seit langem als pflanzliches Heilmittel verwenden. Die meisten, so bestand er darauf, behandeln Kratom nicht als Freizeitdroge.

Die Dorfbewohner nehmen normalerweise ein oder zwei Blätter mit auf die Arbeit, um sie auf den Feldern zu kauen, sagte er und fügte hinzu, dass viele nach dem Kauen der Blätter normalerweise Kaffee oder eiskaltes Wasser trinken würden.

Er fuhr fort, dass die Entkriminalisierung von Kratom positive Auswirkungen auf den Kampf des Landes gegen Drogenmissbrauch und Schmuggel haben wird: “Lkw-Fahrer, die früher auf Methamphetamin angewiesen waren, um bei langen Fahrten wachsam zu bleiben, müssen diese Substanz möglicherweise nicht mehr missbrauchen, da Kratom jetzt eine legale Alternative ist”, sagte er. “Mitragynin in Kratomblättern hilft, das Energieniveau auf ähnliche Weise zu steigern wie Koffein in Kaffee”, sagte Vichai.

Er sagte, das ONCB habe kürzlich 19 Millionen Baht genehmigt, um ein Forschungsprojekt der Kasetsart University zu finanzieren, bei dem chemische Verbindungen in Kratom anstelle von Morphin zur Behandlung von Opioidabhängigen verwendet werden.

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Kratom: Ein aktuelles akademisches Review

Kratom als therapeutisches Hilfsmittel

Über die nächsten Beiträge bringen wir Sie bzgl. wissenschaftlicher Literatur in der Kratomforschung auf das Laufende. Ein kurzer Rückblick auf die ursprüngliche Nutzung der Pflanze in ihrer endemischen Heimat macht den Anfang.

Kratom Geschichte

Welche traditionellen Anwendungen hat Kratom in der Region wo es herkam?

In Südostasien wurde Kratom seit Jahrhunderten für sein medizinisches Potenzial in der Behandlung von Fieber, Durchfall, Schmerzen und als Wundumschlag verwendet (6). Die Nutzung von Kratom war unter der ruralen Bevölkerung der nördlichen Inseln Malaysias um Penang und Langkawi sowie im angrenzenden Süden Thailands am weitesten verbreitet (3, 4, 9).  Nebst diesen heilenden Eigenschaften wird es von Ausübenden körperlicher Arbeit wie Farmern, Fischern und Maschinenoperateuren für seine Coca-artigen Effekte zur Stärkung physischer Ausdauer und zur Überwindung von Stress geschätzt. Frauen nutzen Kratom zur Linderung von Bluthochdruck, Husten, gegen chronische Schmerzen und regelmässiger Konsum Kratoms ist in keiner Weise stigmatisiert (2, 9).

Der erste Report von Kratom zur Reduktion einer Abhängigkeit von illegalen Substanzen wie Cannabis und Amphetaminen und zur Suppression von Opiat-Entzugserscheinungen stammt von 2010 (10). Diese Anwendung ist logischerweise eine neuere Entwicklung.

Mitragyna speciosa

Was hat es mit Kratom auf sich?

Kratom ist ein kleiner Baum, nativ in Thailand, Malaysia, Indonesia und anderen tropischen Regionen Südostasiens (Mitragyna speciosa, Korth, Havil).  Der Verzehr reifer Blätter des erwachsenen Baums oder Zubereitungen von Tees sind die traditionelle Art des Konsums dieser Pflanze der die oben beschriebenen Wirkungen mit sich bringt.

Die westliche Praxis mit getrockneten Blättern zu handhaben ist eine rein praktische Folge des Transports der Ware über weite Distanzen. Nur so ist Kratom lange genug haltbar während das Alkaloid Profil sich nicht messbar von frischen Blättern unterscheidet und die Effekte gut konserviert werden.

Die Nutzung von unterschiedlichen Kratomsorten von der einheimischen Bevölkerung Südostasiens für seine medizinischen Eigenschaften ist über viele Generationen hinweg dokumentiert (1, 4, 5, 10). Interessanterweise fehlen gleichzeitig jegliche Berichte über schädliche Auswirkungen der Pflanze.

In Südostasien sind zudem keine Fälle der Stigmatisierung von Kratomkonsumenten und keine Diskriminierung oder Stereotypisierungen derselben als “Drogenabhängige” bekannt (8).  Üblicherweise gelten sie als hart arbeitende Individuuen, welche Kratom nutzen um länger zu arbeiten und extra Einkommen zu generieren (9). Gemäss soziologischen Studien sind die meisten Kratom etwas ältere Personen mit fester Anstellung und mit der eigenen Familie lebend  (2, 9, 10).

Kratom Thailand

Ein weiterer Aspekt traditionellen Kratom Konsums in Thailand ist seine Rolle in ritueller Ehrung von Vorfahren und Göttern (8). Spezifisch wurde es bei sozialen Anlässen wie Kremationen den Gästen als Snack offeriert, was das hohe Ansehen Kratoms in diesen Kulturen unterstreicht.

All dies legt nahe, dass traditionelle Verwendung Kratoms therapeutisches Potential hat oder es zumindest überwiegend von Leuten eingenommen wird, die nach besserer Gesundheit bzw. besserem Wohlbefinden streben (7).

 

Referenzen

1) Adkins,  J.E.,  Boyer  E.W.,  McCurdy  C.R.,  2011.  Mitragyna  speciosa,  A  psychoactive  tree from Southeast Asia  with opioid activity.  Curr. Top. Med. Chem. 11,  1165-1175.

2) Assanangkornchai,  S.,  Muekthong  A.,  Sam-Angsri  N.,  Pattanasattayawong  U.,  2007a.  The use  of  Mitragyna  speciosa  (“kratom”),  Subst.  42,  2145-2157.

3) Burkill., 1935. A dictionary  of the  economic  products  of the  Malay  peninsula. 2,  1480-1483.

4) Cinosi,  E.,  Martinotti  G.,  Simonato  P.,  Singh  D.,  Demetrovics  Z.,  Roman-Urrestarazu  A., Bersani  F.S.,  Vicknasingam  B.,  Piazzon  G.,  Li  J-H.,  et  al,.  2015.  Following  “the roots”  of  kratom  (Mitragyna  speciosa):  The  evolution  of  an  enhancer  from  a traditional  use  to  increase  work  and  productivity  in  Southeast  Asia  to  a  recreational psychoactive  drug  in western coutries.  Biomed Res  Int. Article  ID 968786.  11 pages.

5) Jansen,  K.L.R  and  Prast  C.J.,  1988.  Ethnopharmacology  of  kratom  and  the  Mitragyna alkaloids. J  Ethnopharmacol. 23 (1),  115-119.

6) Hassan,  Z.,  Muzaimi  M.,  Navaratnam  V.,  Yusoff  H.M.,  Suhaimi  F.W.,  Vadivelu  R., Vicknasingam  B.K.,  Amato  D.,  Horsten  SV.,  Ismail  N.I.W.,  et  al.,  2013.  From  kratom to  mitragynine  and  its  derivatives:  physiological  and  behavioural  effects  related  to use. Neurosci  Biobehav  Rev. 37  (2),  138-151.

7) Prozialeck, W., 2019 Kratom policy: The challenge of balancing therapeutic potential with public safety Int J Drug Policy

8) Saingam,  D.,  Assanangkornchai  S.,  Geater  A.F.,  Lerkiatbundit,  S.  2016.  Factor  analytical investigation  of  krathom  (Mitragyna  speciosa  Korth)  withdrawal  syndrome  in Thailand.   J  Psychoactive  Drugs. 25, 1-10.

9) Suwanlert, S., 1975. A study  of kratom  eaters in Thailand. Bull  Narcot, 27 (3),  21-27.

10) Vicknasingam,  B.,  Narayanan  S.,  Goh  T.B.,  Mansor  S.M.,  2010.  The  informal  use  of  ketum (Mitragyna  speciosa)  for  opioid  withdrawal  in  the  northern  states  of  peninsular Malaysia  and  implications  for  drug  substitution  therapy.  Int.  J.  Drug  Policy.  21  (4), 283-288.

Kratom Sorten Guide 2021

Mitragyna Speciosa Kratombaum

Bevor wir auf einzelne Stämme eingehen, ist es für Neueinsteiger wichtig, die allgemeinen Unterschiede zwischen weiß-, rot-, und grünnervigem Kratom zu kennen. Alle Kratom-Produkte fallen in eine dieser Familien, und jede hat seine eigenen, speziellen Eigenschaften.

Diese drei Familien erhalten ihre Namen von den Farben der Venen, die auf reifen Kratomblättern zum Zeitpunkt der Ernte erscheinen. Im Laufe der Zeit haben Produzenten festgestellt, dass jedes dieser individuell gefärbten Blätter dazu neigt, unterschiedliche und vorhersehbare Auswirkungen auf die Konsumenten zu haben.

Obwohl es oft Überschneidungen in der Wirkung von weißem, rotem und grünem Kratom gibt, werden normalerweise die folgenden Unterscheidungen gemacht:

White-Vein Kratom: Assoziiert mit energetisierenden und euphorisierenden Wirkungen

Red-Vein Kratom: Starke Sedierung und ausgeprägte Schmerzlinderung

Green-Vein Kratom: Eine mildere Sorte mit einer Mischung von weißen und roten Attributen

Auf dieser Stufe sind die Charakteristika noch breit gefächert und lassen die Nuancen der einzelnen Stämme vermissen. Dennoch ist es wichtig, diese Kategorien stets im Hinterkopf zu behalten, wenn Sie in unserem Sortiment nach einem passenden Produkt suchen.

Kratomsorten

Nun, da Sie die grundlegenden Eigenschaften des rot-, weiß- und grünnervigen Kratoms kennen, lassen Sie uns einige Stämme genauer unter die Lupe nehmen:

Bali Kratom

Das Hauptcharakteristikum von Red Bali ist seine stark schmerzstillende Wirkung. In der Tat wird dieser Stamm häufig von Konsumenten verwendet, die Hilfe bei der Behandlung chronischer Schmerzen wie Fibromyalgie oder Arthritis benötigen. Im Gegensatz zu den meisten roten Sorten, die eine starke Sedierung bewirken, hat Red Bali eine leicht entspannende Wirkung, die sich auch für eine Anwendung am Tag eignet.

Red Bali ist eine großartige Sorte für Neueinsteiger und für Menschen, die nach verbesserter Entspannung suchen. Diejenigen die auf der Suche nach energetisierenden Effekten sind, könnten bei Produkten wie White Bali fündig werden.

Hier geht es zu unseren Bali Sorten

 

Borneo Kratom

Das von der Insel Borneo stammende Borneo Kratom, umfasst einige der beruhigendsten Kratom-Stämme, die bekannt sind. Dank besonders hoher Alkaloid-Konzentrationen wird Borneo Kratom primär Kunden empfohlen, die eine ernsthafte Schmerzlinderung benötigen.

Borneo Kratom kaufen können Sie jede der drei Venenfarben, aber Red Borneo ist bekannt für seine opiatähnliche Wirkung. Selbst in kleinen Dosen bemerken chronische Schmerzpatienten schon kurz nach dem Konsum von Red Borneo-Pulver starke Effekte. Diese Analgesie geht typischerweise mit einer angenehmen Entspannung und einem Stimmungsaufschwung einher.

Hier geht es zu unseren Borneo Sorten

 

Maeng Da Kratom

“Maeng Da” ist ein Thai Begriff, der entweder einen Zuhälter oder einen großen, frittiert verzehrten Speisekäfer bezeichnet, je nach Ihrem Aufenthaltsort.

Im Rahmen des Kratom-Vokabulars ist Maeng Da aber synonym mit Vitalisierung und Stimulation.

Die beiden Bereiche, in denen Maeng Da heraussticht, sind Schmerzlinderung und erhöhte Energie. In der Tat ist das Interessanteste an diesem Produkt seine Fähigkeit, die energetisierende Wirkung eines typischen Weißen mit den schmerzstillenden (roten) Eigenschaften zu kombinieren.

Diese einzigartige Mischung aus Schmerzlinderung und Energieschub macht Maeng Da zu einer perfekten Option für Kunden, die unter chronischer Müdigkeit oder Schmerzsyndromen leiden. Umgekehrt ist die rote Sorte dieses Stammes eine gute Wahl, wenn Sie einen beruhigenden Effekt wünschen, der Ihnen hilft, sich nach einem harten Tag nachts zu entspannen.

 

Thai Pimps Kratom

Wenn es Ihnen um Energie geht, dann können Sie mit White Thai Pimps nichts falsch machen. Diese aus Thailand stammende Sorte ist dafür bekannt, dass sie ein intensives, euphorisches High ohne Schwankungen liefert. Dadurch ist sie perfekt für den morgendlichen Gebrauch geeignet um den ganzen Tag über produktiv zu bleiben.

Der einzige Nachteil ist möglicherweise, dass White Thai keine stark schmerzstillenden Eigenschaften hat. Sie könnten aufgrund der euphorischen Wirkung von White Thai eine vorübergehende Schmerzlinderung erfahren, aber es ist unwahrscheinlich, dass der Konsument von chronischen Schmerzen dauerhaft befreit wird.

White Thai Pimps ist somit für Kunden gedacht, die mit müdigkeitsbedingten bzw. depressiven Störungen zu kämpfen haben, oder die einfach nur einen besonders produktiven Arbeitstag verbringen möchten. Die roten und grünen Sorten dieses Stammes bieten entsprechend mildere Ergebnisse.

Hier geht es zu unseren Thai Pimps Sorten

 

Malay Kratom

Malaysia ist ein weiteres subtropisches Land mit einer reichen Geschichte des Kratomanbaus. Von den vielen Sorten, die aus diesem südostasiatischen Land stammen, ist die beliebteste nach wie vor die Green Malay.

Hauptcharakteristikum des grünen Malaiisch ist die langanhaltende Wirkung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Anwender die Wirkung von Green Malay noch bis zu acht Stunden nach der Einnahme des Produktes spüren.

Green Malay ist eine Kratom-Sorte, die reich an Alkaloiden ist, was ihre Wirkung stark und vielfältig macht. Im Gegensatz zu vielen anderen potenten Kratom-Sorten ist die Green Malay jedoch Berichten zufolge recht ausgewogen und nicht überwältigend oder betäubend.

Obwohl nicht so bekannt wie Green Malay, findet man auch rote und weiße Varianten der malaiischen Sorte mit den üblichen Attributen. So hat Red Malay beruhigendere Eigenschaften, während White Malay als eher stimulierendes Mittel wirkt.

Hier geht es zu unseren Malay Sorten

 

Kapuas Kratom

Kapuas Kratom kommt von der Insel Borneo aus der Region Hulu Kapuas, wo es zuvorderst im Hulu-Wald in der Nähe des Kapuas-Flusses geerntet wird. Das Anbaugebiet befindet sich inmitten Borneos, im indonesischen Teil an der Grenze zu Malaysia im Westen.

Es verfügt über eine Alkaloid Zusammensetzung, die sich am oberen Ende des Spektrums befindet. Erfahrungsberichte betonen die Eignung von Kapuas Sorten zur alltäglichen Schmerzlinderung, wenn ein möglichst klarer Verstand ohne viel Sedierung gewünscht wird.

Hier geht es zu unserem Kapuas Pulver

 

Sumatra Kratom

Das westlich der indonesischen Hauptinsel Java gelegene und noch weitgehend dem Urwald überlassene Eiland Sumatra bezeichnet die Herkunft dieses Produkts.

Sumatra Kratom sind günstigere Sorten, weniger weit verbreitet als Borneo oder Bali mit denen sie am ehesten vergleichbar sind. Sie wirken ähnlich wie die Bali Sorten, etwas weniger stark und weniger intensiv aber dafür länger als Borneo Kratom. Diese Produkte sind attraktiv für Kunden, die auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis Wert legen.

Hier geht es zu unseren Sumatra Sorten

 

Elephant Kratom

Diese Sorte von M.Speciosa ist besonders hochgewachsen.

In Indonesien bezeichnet man große Blätter, die von alten Bäumen geerntet werden als „Elephant“.

Seine Rarität und besondere Alkaloid Zusammensetzung machen es zu einem begehrten Produkt.

Hier geht es zu unserem Elephant Pulver

 

Welches Kratom ist das Richtige für mich?

Wie Sie sehen, steckt hinter einer Kratom-Sorte viel mehr als nur ein schicker asiatischer Name. Wenn Sie momentan nicht die Resultate erhalten, die Sie sich von Ihrer aktuellen Kratom-Sorte erhofft haben, dann sollte Ihnen mit diesem Guide die Wahl des passenden Produkts einfacher fallen.

Die meisten Kratom-Nutzer müssen mit vielen unterschiedlichen Stämmen experimentieren, bevor sie denjenigen finden, der für sie ideal funktioniert.

Egal welche Sorte Sie bevorzugen, die Vermeidung einer Toleranz ist für jeden Konsumenten ein primäres Anliegen. Um eine Toleranzbildung zu erschweren, wird nebst kratomfreien Tagen eine Rotation zwischen zwei bis drei favorisierten Produkten empfohlen.